Kurz & knapp
- In der Nacht zum 18. Juni hat ein massiver Wasserschaden die Apotheke getroffen. Eine Kollegin hat ihn früh beim Aufschließen bemerkt, die Feuerwehr war schnell vor Ort.
- Ganz geschlossen waren wir nur die ersten Stunden dieses einen Tages. Ab 15 Uhr lief der Klappendienst, nachmittags haben wir die ersten Rezepte beliefert.
- In den ersten Tagen danach: eingeschränkte Öffnungszeiten, die Freiwahl nur zur Hälfte nutzbar.
- Wochenlang standen Trocknungsgeräte bei uns. Warm und laut, geöffnet hatten wir trotzdem.
- Elektrik erneuert, Boden heraus, Kerntrocknung. Anfang August kam der neue Teppich, Mitte August die neuen Möbel.
- Heute ist fast alles wie vorher. Es fehlt nur noch die neue Technik.
Es war früh am Morgen, als eine Kollegin die Apotheke aufschloss. Statt der ruhigen halben Stunde vor Ladenöffnung stand sie in einem Raum, in dem die Decke auf dem Boden lag. In der Nacht zum 18. Juni hatte uns ein massiver Wasserschaden getroffen, und uns ist wortwörtlich die Decke auf den Kopf gefallen. Fast drei Monate später können wir sagen: Wir sind fast wieder komplett. Was dazwischen lag, haben viele von Ihnen miterlebt, an der Klappe, an der Tür, zwischen Schläuchen und Absperrband. Hier ist die ganze Geschichte.
Der Morgen des 18. Juni


Der Schaden war über Nacht entstanden und am Morgen nicht zu übersehen. Die Feuerwehr war schnell vor Ort. Danach ging es erst einmal darum, die Lage überhaupt zu sortieren: Was ist beschädigt, was ist noch brauchbar, was muss sofort raus. Alles, was zu retten war, haben wir an diesem Tag ins Trockene gebracht, in Bananenkartons, Transportkisten und jedes Regal, das noch stand.
Denn genau das war die Entscheidung dieses Vormittags: Wir machen nicht zu. Ab 15 Uhr lief der Klappendienst, und noch am selben Nachmittag haben wir die ersten Rezepte beliefert. Für ein Team, dem morgens die Decke heruntergekommen war, war das ein ziemlich guter Tag.


Und abends waren wir trotzdem essen
Eine Sache aus diesem 18. Juni erzählen wir besonders gern, weil sie so gar nicht zum Rest des Tages passt. Für den Abend war seit Wochen eine Feier geplant. Aus der Apotheke war eine OHG geworden, und Josephine Gahl ist als Inhaberin neben Dr. Brita Gahl dazugekommen. Darauf wollten wir anstoßen. Nach einem Tag wie diesem hätte niemand etwas gesagt, wenn der Abend ausgefallen wäre. Wir sind trotzdem essen gegangen. Das rechnen wir unserer Chefin bis heute hoch an, und im Rückblick war es genau das richtige Signal für die Wochen, die danach kamen.
Notbetrieb statt Stillstand


Die Tage danach hießen aufräumen, trocknen und einen Notbetrieb einrichten, mit dem wir Sie weiter versorgen konnten. In den ersten Tagen ging das nur mit eingeschränkten Öffnungszeiten, und die Freiwahl, also der Bereich, in dem Sie sonst selbst stöbern, war nur zur Hälfte nutzbar. Ein Teil des Verkaufsraums war abgesperrt, weil dort Schläuche und Geräte standen.
Viel Technik hatte den Schaden nicht überstanden. Von unseren fünf Rechnern haben drei aufgegeben, und an Kassenplätzen blieben uns drei übrig. Dazu kam, dass es nicht bei dem einen Schaden blieb: Immer wieder tauchten neue Feuchtestellen und Kurzschlüsse auf. Trotzdem hatten wir offen und haben ganz normal bedient.
Warum wir nicht einfach zugemacht haben
Eine Apotheke gehört zur Grundversorgung. Ein Rezept nach der OP, das Blutdruckmittel, das Insulin, die Tropfen für ein krankes Kind: Das kann nicht drei Wochen warten. Deshalb war für uns von der ersten Stunde an klar, dass wir in irgendeiner Form offen bleiben, auch wenn es zwischendurch nur über die Klappe oder an der Tür ging.
Das Erste, was wieder ganz war

Wer bei uns am Boden Trümmer liegen sieht, schaut irgendwann automatisch nach oben. Umso wichtiger war, was schon nach den ersten Tagen geschafft war: Die Decke war wieder aufgebaut. Das war das Erste, was wieder ganz war. Für uns im Team war das mehr als eine Baumaßnahme. Über Wochen war unten alles provisorisch, aber wenn man den Kopf hob, sah es wieder aus wie in unserer Apotheke.
Wochenlang Trocknungsgeräte


Wer uns im Juli besucht hat, hat sie gehört. Trocknungsgeräte laufen rund um die Uhr, sie sind laut, und sie heizen den Raum spürbar auf. Bei sommerlichen Temperaturen war das anstrengend, für unser Team genauso wie für Sie an der Kasse. Danke, dass Sie das mitgemacht haben.
✨ Wussten Sie, wie so eine Trocknung funktioniert?
- Ein Entfeuchtungsgerät zieht die feuchte Luft aus dem Raum.
- Gebläse verteilen die trockene Luft wieder im Raum.
- Über Schläuche wird trockene Luft unter den Fußboden geführt, das nennt sich Kerntrocknung.
- Die feuchte Luft wird kontinuierlich abgesaugt und abgeführt.
- Das läuft so lange, bis Messungen zeigen, dass auch der Untergrund trocken ist. Genau deshalb ist eine Trocknung nicht nach ein paar Tagen erledigt.
Arbeiten zwischen Kabeln und Klebeband


Hinter den Kulissen sah der Sommer so aus: Rechner auf Ausweichtischen, Kabel mit Klebeband auf dem Teppich fixiert, dazwischen ein Entfeuchter. Rezepte, Bestellungen, Rezepturen, Botendienst, all das lief weiter. Nur eben in einer Apotheke, die gleichzeitig Baustelle war.
Schritt für Schritt zurück
18. Juni
- Wasserschaden über Nacht. Feuerwehr, aufräumen, alles ins Trockene. Ab 15 Uhr Klappendienst.
19. bis 27. Juni
- Notbetrieb. Halbe Freiwahl, drei Kassenplätze, Rückschläge durch neu entdeckte Schäden. Die Decke steht schon wieder.
Ab 28. Juni
- Elektrik erneuert, Boden heraus, Kerntrocknung. Nebenbei weiter trocknen, trocknen, trocknen.
August
- Anfang August der neue Teppich, Mitte August die neuen Möbel. Aus der Baustelle wird wieder eine Apotheke.
Ende Juni ging es an den Rest. Die Elektrik wurde erneuert, nebenbei weiter getrocknet. Für die Kerntrocknung musste am Ende der Fußboden heraus und anschließend komplett neu verlegt werden. Anfang August kam der neue Teppich, Mitte August die neuen Möbel. Ab da sah es zum ersten Mal wieder nach unserer Apotheke aus und nicht nach Baustelle.
Langsam wieder eine Apotheke


Die Apotheke sieht langsam wieder wie eine Apotheke aus. Der neue Boden liegt, die neuen Möbel stehen, die Trocknungsgeräte sind längst weg, und die Regale füllen sich Woche für Woche weiter. Wenn Sie in den letzten Wochen öfter bei uns waren, haben Sie das vermutlich selbst gesehen: Von Besuch zu Besuch stand wieder ein Stück mehr an seinem Platz. Die Öffnungszeiten sind längst wieder normal, die Freiwahl ist vollständig da. Was jetzt noch fehlt, ist die Technik. Wir arbeiten weiterhin an den Kassen und Rechnern, die den Schaden überstanden haben. Die neuen Geräte sind bestellt und kommen in den nächsten Tagen. Dann ist der Alltag zu hundert Prozent zurück. Hoffen wir.
Danke
Danke an die Feuerwehr, die schnell da war. Danke an alle Handwerker, die kurzfristig eingesprungen sind und den Wiederaufbau in diesem Tempo möglich gemacht haben. Danke an unser Team, das wochenlang in Hitze und Lärm gearbeitet hat, als wäre es ein ganz normaler Sommer. Und vor allem danke an Sie: für Ihre Geduld an der Klappe und an der Tür, für die längeren Wartezeiten, für jedes freundliche Wort zwischendurch. Das hat mehr geholfen, als Sie glauben.
Wir sind wieder für Sie da. Komplett.
Alle Fotos in diesem Beitrag: Apollo Apotheke Chemnitz.
Wir sind Ihre Apotheke in der Carl-von-Ossietzky-Straße. Nach dem Wasserschaden im Juni haben wir jeden Tag geöffnet gehabt, auch wenn es zwischendurch nur an der Klappe ging. Wenn Sie Fragen zu Ihren Arzneimitteln haben oder etwas vorbestellen möchten: Kommen Sie vorbei oder rufen Sie an. Wir sind da.
